Der krankhafte Schlaf: Die Narkolepsie
30. April 2010 | Keine Kommentare | Krankheit, Menschen
Schlafkrankheit ist nicht gleich Schlafkrankheit und so ist jede dieser Störungen für sich besonders. Natürlich ist es mir nicht möglich alle Schlaferkrankungen hier aufzulisten, deswegen beschränke ich mich hier auf die Narkolepsie und in einem weiteren Artikel mit dem Kleinen Levi Syndrom.
Zu beginn gleich eine Klarstellung. Oftmals denkt man bei der Schlafkrankheit an die von der Tsetsefliege übertragene afrikanische Trypanosomiasis. Bei dieser Erkrankung handelt es sich jedoch um eine parasitäre Infektion, die im Endstadium zu einem Dämmerzustand führt. Es ist aber im eigentlichen Sinne keine Schlafkrankheit sondern der Schlaf verändert sich durch die Erkrankung pathologisch. (In diesem Sinne wäre fast jede Krankheit eine Schlafkrankheit, denn wenn ich Grippe habe schlafe ich wie ein Bär im Winterschlaf.) Auf die afrikanische Trypanosomiasis werde ich in einem späteren Artikel zurückkommen.
Narkolepsie
Die Narkolepsie ist ein neurologische Erkrankung in der der „Schlaf-Wach Rhythmus“ gestört ist. Die Betroffenen schlafen unkontrollierbar in den unterschiedlichsten Situationen ein. Nachts können sie dann wiederum Schlafprobleme haben. Ein erhöhtest Schlafbedürfnis ist nicht vorhanden.
Ein Nebensymptom ist die Kataplexie, welche eine totale oder teilweise Muskelsperre hervorrufen. Hierbei handelt es sich um die so genannte REM-Sperre, die bei Gesunden in dieser Schlafphase auftritt, damit diese nicht den Traum in der Realität ausleben. Bei Narkoleptikern tritt diese „Sperre“ bei starken Emotionen wie z.B. einem Lachanfall auf. Speziell durch diesen Auslöser gibt es noch den Beinamen Lachschlag für eine Kataplexie.
Die Schlafparalyse ist ein weiteres Nebensymptom. Diese Lähmung des Körpers beim Einschlafen oder Aufwachen kommt durchaus auch bei gesunden Menschen vor, tritt bei Narkoleptikern jedoch gehäuft auf. Anders als bei der Kataplexie, kann diese Lähmung durch Berührung gelöst werden.
Die automatischen Handlungen treten dann auf, wenn der Narkoleptiker beispielsweise beim bügeln einschläft und diese Tätigkeit im Schlaf dann weiter führt. Dies bedingt eine erhebliche Unfallgefahr für die Betroffenen.
Die Ursachen der Narkolepsie sind noch unbekannt. Forschungen lassen jedoch die möglichen Ursachen immer klarer hervortreten. Neuere Forschungen weisen auch darauf hin, dass es sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte. Etwa 25 – 50 Personen auf 100.00 sind an der Narkolepsie erkrankt. Genau Studien fehlen jedoch.
Für Narkoleptiker ist ein verständnisvolles Umfeld wichtig. Oftmals werden sie als Faulpelze bezeichnet oder kriegen der Rat einfach mal mehr zu schlafen. Das ist belastend und kann dazu führen, dass sich Betroffene aus ihrem Umfeld zurückziehen oder sogar depressiv werden.
Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass Narkoleptiker das Einschlafen nicht verhindern können. Natürlich begünstigt eine monotone Situation den Schlafdrang, aber das muss nicht immer so sein und man sollte sich sicherlich nicht angegriffen fühlen, wenn ein Narkoleptiker während eines Gespräches einschläft.









