19. April 2010 | Keine Kommentare | Tiere
Dass es gefährlich ist in die Natur einzugreifen zeigen zahlreiche Beispiele. Eines davon ist die Entstehung der so genannten Killerbienen oder afrikanisierte Honigbienen. Hierbei handelt es sich um eine hybride Form von der europäischen und der afrikanischen Honigbiene.
Warwick Estavam Kerr holte 1955 erstmals afrikanische Bienen nach Südamerika um sie mit den bereits importierten europäischen Honigbienen zu kreuzen. Er tat dies, weil die europäische Rasse sich als wenig Widerstandsfähig gegenüber dem Klima in Südamerika zeigte und um die Leistung in der Honigproduktion zu steigern.
Afrikanische Honigbienen sind aggressiver als ihre europäischen Verwandten und die Hybridkreuzung übernahm und verstärkte dieses Merkmal noch einmal. 1957 entkamen 26 Schwärme in die Wildnis und seither vermehren sie sich rasant und verdrängen mittlerweile heimisch gewordenen Bienenstämme.
Besonders an der afrikanisierten Honigbiene ist, dass bei Gefahr der ganze Stock angreift und nicht nur einzelne Parzellen. So kann es sehr schnell zu der letalen Stichzahl kommen die bei einem Kind bei etwa 500 liegt und bei einem Erwachsenen um die 1000. Vorausgesetzt natürlich das man nicht allergisch ist.
Afrikanisierte Honigbienen haben drei Mal weniger Gift als die europäischen Rassen, jedoch verfolgen sie ihre Opfer über weitere Distanzen. Mit dem richtigen Verhalten kann man allerdings die Aggressivität der Tiere massiv herabsetzten. Ausserdem produzieren sie fast doppelt so viel Honig wie ihre europäischen Vettern.
Natürlich hat die Regenbogenpresse die Geschichte aufgebauscht, aber nichts desto trotz zeigt sich, dass das eingreifen des Menschen in die Natur weit reichende Folgen haben kann. Tut man dies, sollte man zumindest versuchen die Konsequenzen abzuschätzen.

(Quelle: http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/36266)