Kowloon Walled City

18. August 2010 | Keine Kommentare | Menschen |

Slums entwickeln eine ganz eigene Architektur, da ihre Erbauer die verschiedensten Materialien nutzen um ihre Häuser zu bauen oder zu erweitern. Meist entsteht auch ein eigener Kleinstaat, der sich völlig von der eigentlichen Regierung absetzt. In Kowloon Walled City geschah dies auch, mitten in Hong Kong.

Angefangen hatte alles mit einem Fort des chinesischen Militärs 1847. Damals war Hong Kong an Grossbritannien abgetreten worden. Der Aussenposten wurde jedoch kaum von den Chinesen genutzt. Als auch nach dem zweiten Weltkrieg niemand sich um den Posten kümmerte, stieg die Anzahl an Bewohner rasant und es begann sich rasch eine organisierte Kriminalität zu etablieren. Zahlreiche kleine Gewerbe und das nicht eintreiben von Steuern führten zu einem Bauboom in dem Gebiet. Das unkontrollierte Spriessen von Wohngelegenheiten, das auch in die Höhe ging, führte dazu das teilweise Gassen stockdunkel war, weil kein Tageslicht mehr durch die Häuser kam.

Kowloon Walled City erreichte schliesslich eine Einwohnerzahl von 33000 auf 350 Gebäude und wurde immer mehr zu einem unkontrollierbaren Problem. Eigentlich war es ein ganzer Wohnkomplex für sich, denn jedes Haus war irgendwie mit den anderen verbunden.

1987 beschloss die Regierung schliesslich einzuschreiten und begann Kowloon Walled City zu räumen. 1992 wurden die letzten Mieter mit der Räumung aus dem Gebiet verjagt und seit 1995 steht dort nun ein Park. Die Bilder des ehemaligen Slumviertels sind allerdings erhalten und erinnern die Menschen an das einstige Wohngebiet und dessen eindrückliche Architektur.

(Quelle: http://blog.maground.com/)

(Quelle: http://worldphotocollections.blogspot.com/)

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