Crack the Myth
28. Oktober 2010 | 1 Kommentar | Crack the Myth
Die Ohio Players und Pink Floyd
Es gibt Geschichten die lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Ob wahr oder nicht, sie hinterlassen einen schalen Beigeschmack und lehren uns das fürchten. Zwei dieser Geschichten folgen nun im Crack the Myth Spezial.
Ohio Players – Love Rollercoaster
Zunächst zu den Ohio Players und ihrem Song „Love Rollercoaster“. Der Mythos besagt, dass man gleich zu Beginn des Liedes den Todesschrei einer Frau höre. Wer diese Frau ist, variiert von Story zu Story. Mal ist es eine Putzfrau, mal eine Freundin eines der Bandmitglieder, ein Mädchen in der Wohnung nebenan oder ausserhalb des Studios. Der bekannteste ist jedoch der mit dem Covermodel und den werde ich nun aufbröseln.
(Quelle: http://www.unifiedmanufacturing.com)
Also es geht der Mythos um, dass beim Shooting für das Cover zum Album Honey etwas gewaltig schief lief. Das Model, ein Playmate, verbrannte sich fürchterlich an dem erhitzten Honig und erlitt schwerste Verbrennungen. Ausser sich vor Wut stürmte sie das Aufnahmestudio der Band die gerade „Love Rollercoaster“ aufnahm. Der Manager brachte sie um und wie es der Zufall so wollte, war ihr Schrei auf Ton gebannt. Niemand schien das zu bemerken und so landete der Schrei auf dem Stück fürs Album.
Natürlich ist an diesem Mythos nichts dran. Die Band hielt zwar still, aber gab zumindest das Statement ab, dass dies ihre Verkäufe ankurbelte. Das Model, Ester Cordet, ist wohlauf. Der Schrei war wegen des Titels des Liedes (Rollercoaster heisst Achterbahn) absichtlich in den Song geschnitten worden. Macht ja auch Sinn… Dennoch ein bisschen Gänsehaut hatte ich beim ersten Lesen schon.
Pink Floyd – Another brick in the Wall (Part 2)
Der folgende Mythos lässt die Gänsehaut gleich wieder aufkommen. So gibt es nämlich den Mythos einer tödlichen Botschaft im Lied Another Brick in the Wall 2 von Pink Floyd. An der Stelle in der der Kinderchor singt, soll man deutlich „Hol ihn, hol’n unters Dach“ hören. Der deutsche Tontechniker Peter Fischer bearbeitete den Song als er diese Botschaft vernahm. Selbst in einem Internat aufgewachsen und immer wieder im Zimmer unter dem Dach missbraucht worden, löste das bei ihm so einen Stress aus, dass er sich im Dachstock erhängte und am nächsten Tag gefunden wurde.
Dann gibt es noch die Version, dass die Botschaft als unterbewussten Befehl von einem zweiten Techniker eingebaut wurde und es so zum Tod Fischers kam. Dieser war nämlich kurz zuvor aus einer satanischen Sekte ausgestiegen.
Alternativ dazu, dass Fischer selbst die Zeilen sozusagen als letzte Worte hinterlassen hätte.
Wahlweise war es auch der deutsche Helmut Schlosser, der das Album produzierte und früher Rektor eines Jungeninternats war. Er selbst hatte missbraucht und sah nach dem hören der Zeilen nur noch den Weg in den Freitod.
All diese Geschichten sind freilich nicht wahr. Auch wenn man die Zeile deutlich hört, zumindest wenn man der deutschen Sprache Herr ist. Und da ist auch die Lösung des Mythos verborgen.
Wie oft hat man als Kind was ganz anderes verstanden als was der englische Interpret da eigentlich sagte. So fragte ich mich immer was Hasselhoff mit einem Nuggi (schweizerdeutsch für Schnuller) wollte, weil ich „I’ve been looking for freedom“ völlig falsch verstand. Das gleiche passiert bei diesem Lied. Betreffende Zeile heisst eigentlich „All in all it’s just another brick in the wall“ und wenn man versucht sie englisch zu hören, dann merkt man schnell, dass es ein dummer Zufall ist.
Das Lied ist aber trotzdem klasse! Auch wenn ich nun meist auf den deutschen Einsatz horche. Wahr ist nichts daran, unsere Sinne täuschen uns hier gewaltig.




