Archiv für die Kategorie: Crack the Myth

Crack the Myth:

04. August 2010 | Keine Kommentare | Crack the Myth

Wir laufen auf Sparflamme

Einer der bekanntesten Mythen ist wohl der, dass wir nur einen Bruchteil unserer Gehirnkapazität nutzen. Mal sind es ein Viertel, manchmal gar nur zehn Prozent. Das beflügelt natürlich die Phantasie und so kam auch der Gedanke auf, dass wir womöglich doch zur Telepathie oder Psychokinese fähig wären, wenn wir doch nur diese nicht aktivierten Areale einschalten könnten.

Nur stimmt es eben nicht, wir benutzen nämlich jedes einzelne unserer Neuronen. Unser Gehirn ist im Daueraktivzustand und wäre gar nicht erfreut wenn wir seine Kapazität nicht voll ausschöpfen würde. Man kann das auch wunderbar bei Gehirnsscans sehen.

Crack the Myth

26. Juli 2010 | Keine Kommentare | Crack the Myth

Hands resist him

Letzte Woche schrieb ich über die weinenden Kinder von Bragolin und stiess bei meinen Recherchen auf ein weiteres Bild dem das gleiche nachgesagt wird. Interessant hierbei ist, dass es sich wieder um ein Bild mit Kindern handelt, die recht verstörend wirken. Ebendiese Wirkung kann auch zur Entstehung solcher Mythen beitragen.

Als erstes Stelle ich euch das „eBay’s Haunted Painting“ bekannt gewordene Bild vor.

(Quelle: http://www.stonehamstudios.com/haunted.html)

Der Maler William Stoneham hat dieses Werk laut eigener Aussage als einen Teil seiner Kindheitsbewältigung gemalt. Das Mädchen, das eigentlich eine Puppe darstellt, sollte eine Art Führerin sein. Das Bild selbst soll eine Art Zustand zwischen Wach und Traum darstellen.

Das Bild wurde zu einem „verfluchten“ als es bei eBay auftauchte und versteigert wurde. Der Auktionator beschrieb das Werk und seine Geschichte in etwa so:

„Ein Arbeiter von ihm habe das Bild hinter einer Brauerei gefunden. Man hat es zu Hause aufgehängt und hielt es für ein besonderes Stück Kunst. Nach einer Weile erzählte die vierjährige Tochter, dass die Kinder in dem Bild stritten und immer wieder raus kämen um ihren Streit handfester auszutragen. Man stellte Kameras auf, die auf Bewegungen reagierte und diese sprangen auch tatsächlich an. Des Weiteren schien das Bild jedes Mal etwas anders auszusehen und Gegenstände im Zimmer waren umgefallen.“

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass nur Leute für das Bild bieten sollten, die weder psychisch labil sind noch ein schwaches Herz hätten.

Zu der Geschichte hinzukommt, dass anscheinend der erste Gallerist und ein Kritiker der Los Angeles Times starben als das Bild zum ersten Mal zum Verkauf stand. Das bestätigte auch der Künstler, der sich allerdings nicht wirklich erklären kann weswegen sein Bild, das er 1972 gemalt hat, verflucht sein soll.

Hier gilt etwas das Gleiche wie bei den Kindern von Bragolin. Abgesehen davon, dass ein vermutlich cleverer Auktionator, seine Gebote in die Höhe trieb. Das Bild hat definitiv eine verstörende Wirkung, ob die von etwas unnatürlichem herrührt, wage ich zu bezweifeln.

Crack the Myth

21. Juli 2010 | Keine Kommentare | Crack the Myth

Die weinenden Kinder von Bragolin

Diese Geschichte bereitet mir nach wie vor Gänsehaut, da ich selbst eines dieser Bilder mal gesehen habe und sie wirklich eine unglaublich verstörende Wirkung haben. Das hat nichts mit übersinnlichem zu tun, es ist einfach dieses ungute Gefühl das sich einstellt und die brennende Frage, was einen Maler dazu trieb mehrere Bilder von weinenden Kindern zu malen. Nun aber erst einmal zum Mythos;

(Quelle: http://www.somdovialejo.com.br/wp-content/uploads/2009/09/menino-da-lagrima-Giovanni-Bragolin2.jpg)

Das Bild zeigt einen Jungen, dessen Wangen von Tränen benetzt sind und dessen Augen den Maler unglaublich traurig anblicken. Es ist dasselbe Bild von dem ich ein Repro sah und recht weit verbreitet, wie ich bei meinen Recherchen feststellte.

1985 veröffentlichte das britische Boulevardblatt Sun einen Bericht über mysteriöse Unglücke im Zusammenhang mit den Bildern. Häuser waren bis auf die Grundmauern niedergebrannt, nur dieses eine Bild war unversehrt geblieben. Natürlich war es nicht immer das gleiche Gemälde, doch anscheinend haben auch die Nachdrucke eine verheerende Wirkung.

Auch aas Studio des Malers soll abgebrannt sein, nachdem er den Jungen gemalt hatte und dieser sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Nach diesem Artikel brach die Hölle im wahrsten Sinne des Wortes los. Immer mehr Berichte über Brände und Unglücksfälle im Bezug auf ein solches Bild wurde gemeldet. Es gab sogar Fernsehberichte darüber.

Wie üblich für solche Mythen verschwand auch dieser für eine Weile von der Bildfläche. Neuerdings ist er wieder da, aber in etwas anderer Form. Anscheinend hört man jetzt die Kinder weinen, wenn man ein solches Gemälde zu Hause hat und der Boden oder Teppich darunter soll ständig nass sein.

Tja soweit die Legend und nun zu den Fakten. Zunächst wenden wir uns dem Künstler zu, Giovanni Bragolin, der eigentlich nicht so heisst, sondern Bruno Amadio. Die Bilder der weinenden Kinder hatte er unter einem Pseudonym veröffentlicht, weswegen ist Spekulation. Dass sein Studio abgebrannt sein soll, kann nicht bestätigt werden noch die Identität des Jungen und damit natürlich auch nicht den Autounfall in den er verwickelt gewesen sein soll.

Es ist noch nicht einmal bewiesen, dass alle Portraits  von den gleichen Malern sind oder ob nach den Originalbildern andere Künstler den Stil kopierten. Zu der Zeit waren solche Bilder in Mode und man konnte sich ein gutes Zubrot verdienen.

Alles rund um diese Bilder ist verwaschen und auch etwas mysteriös. Vermutlich stachelt genau das den Mythos immer wieder von neuem an. Tatsache ist, dass in vielen Haushalten ein solches Bild hängt und es dort nie gebrannt hat oder sonstiges. Ausserdem sollte man sich mal die folgende Überlegung machen; Woher weiss ich bei einem ausgebrannten Haus, dass da nicht ein solches Bild war, wenn es mitverbrannt wäre?!

Ich selber würde mir ein solches Bild nicht wegen der Legende nicht ins Haus hängen, sondern weil ich diese Art Gemälde nicht mag. Warum muss ich mir ein weinendes Kind an die Wand Tackern?

Crack the Myth

14. Juli 2010 | Keine Kommentare | Crack the Myth

Oscar oder unsinkable Sam

Ob das nun gut ist oder nicht, aber es war und ist nicht unüblich Katzen an Board eines Schiffes zu halten, damit man den Schädlingen Herr wird. Um einen solchen Kater geht es in der folgenden Legende, die mit grosser Wahrscheinlichkeit in Teilen oder gar ganz wahr ist.

Katerchen Oscar war zunächst auf der Bismarck „stationiert“, bis diese von der britischen Flotte versenkt wurde. Die HMS Cossack fand das Tier auf einem Stück Holz treiben und nahm es zu sich an Board. Von hier hat er auch seinen Namen, der deutsche ist nicht überliefert.

Nunmehr Boardkatze der Cossack brachte Oscar ihr nicht viel Glück. Etwa ein halbes Jahr später wurde diese nämlich von einem U-Boot Torpedo versenkt. Der Kater wurde gerettet und nach Gibraltar gebracht.

Dort fand er den Weg auf die den Flugzeugträger HMS Ark Royal, wo er nicht einmal einen Monat blieb, ehe auch dieses Schiff sank. Wieder überlebte das Tier das Unglück und bekam den Spitznamen „unsinkable Sam“ (unsinkbarer Sam).

Nun war seine Karriere als Boardkatze endgültig zu Ende, denn man befürchtete, dass Oscar bei einem weiteren Einsatz neuerliches Unglück bringen könnte. So verblieb er zunächst im Hafen von Gibraltar beim Kapitänsbüro, ehe er seinen Ruhestand in einem Seemannsheim in Belfast geniessen durfte.

Wie viel der Legende wahr ist, lässt sich leider nicht mehr genau klären. Wahrscheinlich ist, dass mehrere Katzen Oscar waren. Vielleicht war auch die ganze Geschichte wahr. Sicher ist, dass Quäntchen Wahrheit steckt in der Legende.

Crack the Myth

09. Juli 2010 | Keine Kommentare | Crack the Myth

Die Augen und das Licht

Hat uns die Mama nicht immer ermahnt, dass es nicht gut für die Augen ist, in schlechtem Licht zu lesen? Besonders wenn wir das mit der Taschenlampe unter der Decke taten… Tja gut gemeinter Rat, aber er stimmt nicht.

Die Augen werden zwar stärker bei schlechten Lichtverhältnissen beansprucht, jedoch verschwinden die Effekte die diese Anstrengung auslöst rasch wieder. Man braucht sich also keine Sorgen zu machen, wenn man bei schlechtem Licht liest. Unsere Augen packen das schon!

Crack the Myth

02. Juli 2010 | Keine Kommentare | Crack the Myth

Tod vom zehn Meter Brett

Diese Legende war der Grund für unzählige Schlaflose Nächte in meiner Kindheit. Da ich damals panische Angst vor Wasser hatte, steckten mich meine Eltern in einen Schwimmkurs. Ja der hat dann auch gewünschten Erfolg erzielt, ich mutierte zur Wasserratte.

Wie dem auch sei, zum Abschluss ein jeder Schwimmstunde ging es zum Sprungbecken. Und da hörte ich sie zum ersten Mal. Just in diesem Bad soll Jahre zuvor einmal ein Junge vom zehn Meter Brett gesprungen und bäuchlings aufgekommen sein. Sein Bauch platzte auf und alle Innereien verteilten sich im Becken.

Ja auch solche Dinge lernt man im Schwimmkurs und in jungen Jahren zweifelt man an solchen Aussagen auch nicht. Die Geschichte ist jedoch nur eine böse Stadtlegende, vermutlich um Kids von den Sprungtürmen fern zu halten.

Also ein Bauchplatscher vom zehn Meter Sprungbrett ist definitiv schmerzhaft, kann sogar Verletzungen verursachen, aber die Bauchdecke wird nicht aufplatzen. Der menschliche Körper hält so etwas im Normfall aus. Und mit einer frischen Wunde sollte sowieso niemand im Schwimmbad, geschweige denn auf dem Sprungturm herum krakeelen. So würde nämlich das einzige glaubhafte Szenario mit dem Bauchaufreissen aussehen…

Crack the Myth

25. Juni 2010 | Keine Kommentare | Crack the Myth

Wachsen Haare schneller nach dem Rasieren?

Wenden wir uns einem Mythos zu, dem ich selbst erlegen bin. Was habe ich mich mit Wachs abgequält, weil ich dachte, dass beim rasieren der Beine die Haare schneller und dicker nachwachsen würden. Das sie hierbei auch noch dunkler werden sollen, glaubte ich hingegen nicht, ist aber auch weit verbreitet.

Alles Quark, wenn dem denn so wäre würden wir bald wie unsere urzeitlichen Vorfahren aussehen. Stattdessen liegt es daran, dass Stoppeln einfach stärker hervorstechen wenn sie nachwachsen. Wir kennen das ja alle, wenn die sagen wir an den Armen lang sind und man durch sie streicht sind sie normalerweise weich. Stoppeln hingegen wirken hart und borstig.

Crack the Myth

15. Juni 2010 | Keine Kommentare | Crack the Myth

Heute: Wachsen Nägel und Haare noch nach dem Tod?

Wenn man nur einen Augenblick darüber nachdenkt und nicht spontan ja sagt (so wie ich früher), dann ist völlig klar dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, dass nach dem Tod noch etwas wächst. Flapsig könnte man bemerken, dass es dann ja nicht tot ist. Dennoch hört man immer wieder davon, dass die Fingernägel und Haare weiter zu wachsen scheinen.

Scheinen ist dann auch das richtige Wort, denn hier ist so etwas wie eine Täuschung am Werk. Der tote Körper beginnt auszutrocknen, was insbesondere einen grossen Einfluss auf die Haut und deren Aussehen hat. Sie beginnt zu „schrumpeln“ und lässt beispielsweise Barthaare hervortreten. So kann der Eindruck entstehen, dass diese eben gewachsen sind.

Entstanden ist der Mythos wahrscheinlich während der Zeit der Hexenverfolgungen als man immer mal wieder die Opfer der Inquisition ausgrub um zu überprüfen ob eben dieses „Wachstum“ stattgefunden hat. War dies der Fall, galt das Urteil als gerechtfertigt…